Eine erholsame Nacht wünscht Ihnen das Lebensfreudemagazin vivita®

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Familie der Nachtkerzengewächse

Beschreibung

Das Erblühen der Nachtkerze stellt ein faszinierendes Schauspiel dar: Kurz vor der Dämmerung öffnen sich die Blüten fast schlagartig innerhalb weniger Minuten – man kann ihnen direkt vor Ort zusehen. Die Schnelligkeit, mit der das Öffnen der Blütenknospen erfolgt, ist einzigartig bei mitteleuropäischen Pflanzen. Die Pflanzenzellen haben "Nerven" und empfangen Reize und leiten die Botschaft direkt von Zelle zu Zelle weiter, ohne ein Nervensystem zu besitzen. Die Nachtkerzenblüten entfalten ihre Schönheit jedoch nur für eine Nacht und sind um die Mittagszeit am nächsten Tag meist schon wieder verblüht. Die zweijährige Pflanze treibt im ersten Jahr nur eine Blattrosette aus. Erst im zweiten Jahr erscheint der bis zu anderthalb Meter hohe Stängel mit den süßlich duftenden zitronengelben Blüten.

Vorkommen und Standort

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) wurde vor circa 200 Jahren aus Nordamerika bei uns eingeführt und ist dann aus unseren alten Bauerngärten entkommen. Sie liebt trockene sonnige Standorte und wir finden sie im Ödland, an Wegrändern und an Bahndämmen.

Inhaltsstoffe

Hauptinhaltsstoffe sind ein fettes Öl mit mehrfach ungesättigten essenziellen Fettsäuren, 60 bis 80 Prozent Linolsäure, acht bis14 Prozent Gamma-Linolensäure und Vitamin E.

Verwendung zu Heilzwecken

Auch die Pharmazie hat das Nachtkerzenöl mittlerweile entdeckt – als Körperöl wird es äußerlich bei Neurodermitis, Allergien und zur Pflege und Behandlung bei empfindlicher, trockener und alternder Haut eingesetzt. Die innerliche Einnahme der Samen einer frischen Pflanze oder in Kapselform kann bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Arterienverkalkung, bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und bei rheumatischen Erkrankungen helfen – auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) und als Begleittherapie bei allergischem Asthma, Hyperaktivität bei Kindern und Multipler Sklerose.

Bei vielen dieser Erkrankungen liegt eine Störung einer Gruppe von Gewebshormonen (Prostaglandinbildung) zugrunde, die durch einen Mangel an Gamma-Linolensäure, einer dreifach ungesättigten Omega-6-Fettsäure, ausgelöst wird. Die Heilpflanze innerlich auch bei Hautproblemen verwendet werden. Ein therapeutischer Effekt soll allerdings erst bei einer Tagesmenge von 240-320mg Gamma-Linolsäure erzielt werden.

Volksheilkunde und Magie

Im Volksmund wird die Nachtkerze auch Schinkenwurzel genannt – die fleischige Pfahlwurzel färbt sich beim Dünsten rosafarben und Rohköstler schätzen ihren leichten Geschmack nach rohem Schinken. Das mild-würzige Wurzelgemüse auch Rapontika-Gemüse genannt, das wie Schwarzwurzeln zubereitet werden kann, stellt eine nicht alltägliche gesunde Mahlzeit dar. Zu Goethes Zeiten war dies ein geschätztes Gourmet-Gemüse. Ein altes Sprichwort besagt, dass ein Pfund Rapontikagemüse mehr Kraft gibt als ein Zentner Ochsenfleisch. Die Wurzeln können frisch gerieben und als Salat zubereitet werden. Die zitronengelben Blüten gefüllt mit einer leckereren Quarkcreme können die Krönung jeder Festtafel sein.

Die Ureinwohner Amerikas bereiteten aus den Blättern einen Brei zur Wundheilung. Sie rieben sich vor der Jagd mit der Pflanze ein, um ihren Eigengeruch zu verschleiern. Die magischen Eigenschaften der Nachtkerze sollen in der Gabe liegen, Menschen gegen negative Einflüsse zu beschützen. Da sie ihre Blüten nur nachts öffnet, sagt man ihr Verbindungen zu höheren Existenzebenen nach. In Meditationen kann die Pflanze helfen, Visionen zu empfangen und übersinnliche Fähigkeiten zu stärken.

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